HdP002 – Deutsche Kolonien Geschichte und Heute

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Folge vom 10.04.2017

Zusammen mit meinem Gast Tahir Della von die Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland e.V. beschäftige ich mich mit dem Thema Deutsche Kolonien, die Geschichte der Kolonien, ihren Auswirkungen bis heute sowie das fehlende Erinnern.

Wir reden auch darüber, warum die Folge029 von kunst & horst an manchen Stellen schwierig war. Wieso neigen Menschen dazu, die Geschichte und die Verbrechen der Deutschen Kolonialzeit zu relativieren? Ich möchte es leicht haben und bekomme es nicht. Wir reden über Alltagsrassismus. Darüber das Rassismus auch vor der NS-Zeit vorhanden war und danach nicht aufhörte.

Shownotes: ISD-Bund e.V. / Tahir DellaDHM Berlin / kunst & horst Folge029 / Deutsche Kolonien / People Of Colour / Decolonize Mitte / M*straße / Völkermord Herero & Nama / DiasporaVölkermord Armenien / Artikel: Die großen Aufklärer waren oft Judenhasser

3 Gedanken zu „HdP002 – Deutsche Kolonien Geschichte und Heute

  1. Ich möchte gerne eine positive Entwicklung anmerken, was zumindest die Schule angeht: bei mir (Abitur ’09) wurde die deutsche Kolonialzeit innerhalb der Kolonialgeschichte intensiv behandelt, so dass Namen wie Lüderitz, Nachtigall oder “Hänge-“Peters mir durchaus etwas sagen. Aber auch nicht-territoriale Aktionen, wie die Beteiligung an der Niederschlagung des Boxeraufstandes sind mir aus der Schulzeit im Gedächtnis geblieben.
    Eine Episode in der Deutsch-Namibischen Geschichte, die auch nicht unerwähnt bleiben sollte, habe ich auch erst vor kurzem erfahren: Ein Mann sprach mich in Windhoek mit akzentfreiem Deutsch an. Ich kam mit ihm ins Gespräch, er war als Waisenkind mit hunderten Anderen im Rahmen der international-sozialistischen Freundschaft in die DDR gekommen, dort wurden sie versorgt und haben eine Ausbildung bekommen. Sie waren aber auch nicht wirklich integriert, sondern lebten vor allem unter sich. Mit der Wiedervereinigung wurden aber alle, meist Jugendliche, wieder “nach Hause” geschickt. Völlig auf sich allein gestellt mussten sie erstmal die eigene Landessprache lernen und Zugang zur namibischen Gesellschaft finden.
    Ich finde das so bezeichnend, weil es die geistige Haltung so zeigt: die “armen Kinder aus Afrika” wurden weiterhin als Objekte behandelt, denen man zwar helfen wollte, aber damit völlig entwurzelte.

  2. Danke Euch für die Bearbeitung dieses wichtigen Themas!
    Mich würden noch tiefere Informationen zu dem philosophisch, theoretischen Zusammenhang zwischen dem Kolonialismus und der Aufklärung interessieren.
    Insbesondere bei Kant waren mir solche Aussagen noch nicht bekannt…
    Wäre super, wenn Ihr mir da weiter helfen könntet!!

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